Temperaturmessung mit B511,
AD590J
oder AD592A
Temperaturmessung mit einem PTC
Temperaturmessung mit einem NTC
PT100/PT1000
Thermo-Elemente
Die Aufgabe eines PIC besteht oft im Messen, Steuern und Regeln. Eine der wichtigsten Messgrößen in unserer Umwelt ist die Temperatur. Wie lässt sich die Temperatur mit einem PIC erfassen? Ich unterscheide folgende wesentliche Möglichkeiten:
Messung mit einem NTC- oder PTC-Widerstand
NTCs und PTCs verringern oder erhöhen ihren Widerstand in
Abhängigkeit
von der Temperatur. Man braucht also zur Temperaturmessung nur den
Widerstandswert
des NTC/PTC zu messen. Das erfordert aber zumindest einen externen
OPV
oder eine externe Konstantstromquelle. Alle anderen Lösungen
erzeugen
Spannungen, die zur Temperatur nicht linear sind. Theoretisch kann
der
PIC natürlich die nichtlineare Kennlinie mathematisch
wieder
linearisieren, der dafür nötige Progammier- und
Kalibieraufwand
ist aber nicht gering. Für die Industrie lohnt sich der
Aufwand
sicherlich,
der Bastler sollte einfachere Wege suchen.
Meinen Weg habe ich weiter unten beschrieben, und hier
befindet sich ein Thermometer mit PTC am PIC.
Messung mit PT100/PT1000
Der industrielle Standard für genaue Temperaturmessung. Diese
Platintemperatursensoren haben einen definierten
Temperaturkoeffizienten
und weisen hohe Genauigkeit auf.
Messung mit einer
temperaturabhängigen
Konstantstromquelle
Als gelernter Ossi kenne ich noch die Temperatursensoren B511 aus
DDR-Produktion.
Das ist eine 2-beinige Konstantstromquelle, deren Strom (in
Mikroampere)
der Temperatur (in Kelvin) entspricht. Das Äquivalent aus
West-Produktion
sind AD590 (ca. 8,85 € bei Reichelt) und AD592 (ca. 5,10 € bei
Reichelt) von Analog Devices. Um mit diesem Sensor eine der
Temperatur
proportionale Spannung zu erzeugen benötigt man nur eine
Betriebsspannung
(unstabilisiert, größer 4V) und einen Widerstand. Die
Einfachheit
dieser Schaltung und ihr lineares
Temperatur/Spannungsverhältnis
machen
diese Schaltung zu einer meiner Lieblingslösungen. Ein
Nachteil
besteht
in der nötigen stabilen Referenzspannung
des
ADC.
Messung mit einem Sensorchip mit eigenem ADC
Die Lösung für Warmduscher. Es gibt komplette
Temperatursensoren
mit I2C-Interface zu einem
günstigen
Preis. So kostet der LM75CIM bei Conrad weniger als 4€. Alle
großen
PICs haben ein I2C-Interface, die kleinen können I2C
per Software nachbilden. Der LM75CIM hat allerdings einen
Temperaturfehler
von bis zu 2°C.
Problematischer ist die Bauform: Als 'richtiger IC' kommt der LM75
im 8-poligen SMD-Gehäuse (SOT) daher und benötigt
wenigstens
4 Anschlussleitungen (Vs, Gnd, SDA, SCL). Die Montage im
thermischen
Kontakt zu anderen Bauelementen ist kaum vernünftig zu
lösen.
Außerdem reagiert der Sensor durch seine vergleichsweise
große
Masse träge auf Temperaturänderungen.
Geeignet ist der LM75 um auf Platinen (z.B.
Computermainbords)
die Umgebungstemperatur zu messen. Ein
Thermometer mit LM75 am PIC befindet sich hier.
Ein ähnlicher Chip ist der DS1820 (meistens im TO92
Gehäuse,
Reichelt: 3,10 Euro). Er hat einen 1-wire-Bus und liefert die
Temperatur als 9-Bit Datenwort mit 0,5 K Auflösung. Im
Bereich von
–10°C bis +85°C soll das auch seiner Messgenauigkeit
entsprechen.
Messung mit einem Sensorchip mit Spannungsausgang
Am Markt sind kalibrierte Temperatursensoren mit Spannungsausgang
erhältlich.
Zum Beispiel der Sensor LM50 von National Semiconductor.
Dieser
Sensor
benötigt eine 5V-Versorgungsspannung, und liefert eine
temperaturabhängige
Ausgangsspannung mit einem TK von 10 mV/K und einem Offset von
500mV
(bezogen
auf °C). Die Spannung ist also linear zur Temperatur, und
damit
recht
einfach auswertbar. Der Nachteil besteht in der nötigen
stabilen Referenzspannung
des ADC.
Messung über den WDT
Diese Lösung ist eher ein Kuriosum. Microchip beschreibt sie
in
der Application Note AN828. Dabei wird die
Temperaturabhängigkeit
des WDT
(Watchdog-Timer)
im PIC ausgenutzt..Der Vorteil dieser Methode ist der Verzicht auf
jegliche
externe Bauteile. Allerdings darf der PIC praktisch keine
Eigenerwärmung
aufweisen. Er muss also langsam getaktet werden, und darf keine
nennenswerten
Lasten treiben. Die erreichbare Genauigkeit beträgt ca.
1°.
Als
Referenz-Taktquelle benötigt der PIC einen Quarz oder
Quarzgenerator.
Natürlich eignet sich diese Methode nur zur trägen
Messung
der Umgebungstemperatur, und nicht zur thermischen
Überwachung
einzelner
Leistungsbauteile.
Temperaturmessung mit B511, AD590J oder AD592A
Diese Schaltkreise besitzen eine lineare Temperatur/Strom-Kennlinie, und ermöglichen damit den einfachen Aufbau präziser Temperaturmessschaltung. Da es sich bei den Sensoren um Stromquellen handelt, hat die Länge und Qualität der Anschlussleitung zum Schaltkreis keinen Einfluss auf die Messgenauigkeit. Man kann mit diesen Sensoren also recht einfach die Temperatur über größere Entfernungen messen. Positiv ist auch, dass keine hohen Ansprüche an die Stabilität der Sensor-Speisespannung gestellt werden. Prinzipiell verbessert eine hohe Spannung zwar die Messgenauigkeit, aber eine Stabilisierung ist nicht nötig. Wichtig ist, dass über dem Sensor immer mindestens 4 V anliegen.
Ich beschränke mich bei den einzusetzenden Typen auf die breit verfügbaren Schaltkreise.
| Typ | Temperaturkoeffizient | Betriebsspannung | Temperaturbereich | Grundfehler [K oder µA] | Messfehler |
| B511N4 | 0,8 ... 1,2 µA/K | 4 ... 40 V | - 55 ... +125 °C | -28,2 ... +60,8 | - |
| B511Nm | 0,8 ... 1,2 µA/K | 4 ... 40 V | - 55 ... +125 °C | 3 | - |
| AD590J | 1 µA/K | 4 ... 30 V | - 55 ... + 150 °C | 5 | 3 K |
| AD592A | 1 µA/K | 4 ... 30 V | - 25 ... + 105 °C | 2,5 | 3,5 K |
RFT und AD geben die Daten in einer anderen Art und Weise an, deshalb sind die Daten nur begrenzt vergleichbar.
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Bei diesen Sensoren handelt es sich um
hochohmige Konstantstromquellen.
Sie liefern einen Strom, dessen Stärke (in
Mikroampere) der
absoluten
Temperatur (gemessen in Kelvin) entspricht. Bei 25°C
Zimmertemperatur
(ich mag es warm) sollten sie also 298,2 µA liefern.
Dieser Strom
sollte dann mit jedem Grad Temperaturänderung um
jeweils 1
µA
steigen bzw. sinken.
Mit nebenstehender Schaltung lässt sich eine
Spannung erzeugen,
die proportional der Temperatur ist. Wird die Spannung mit einem ADC gemessen, muss man sie noch mit 100 multiplizieren und dann 273 subtrahieren. Dann erhält man die Temperatur in °C. Später werden wir sehen, das die Multiplikation kein nennenswertes Problem darstellt. |
Das ist die Theorie, aber in der Praxis sieht es etwas anders aus. Der Strom weicht bei 25°C bei jedem Schaltkreisexemplar um einige µA (beim B511N4 sogar um einige Dutzend µA) ab. Diese Abweichung ist der Nullpunktfehler des Schaltkreises. Das stört nicht, da man bei der Umrechnung von Kelvin in Celsius sowieso einen festen Zahlenwert vom Kelvinergebnis subtrahieren muss (normalerweise 273,2) kann man auch etwas mehr oder weniger subtrahieren, um den Nullpunktfehler dabei zu eliminieren. Allerdings ist es nötig, den Fehler für den eingesetzten Schaltkreis einmal auszumessen.
Der Temperaturkoeffizient des Schaltkreises beträgt
idealerweise
1µA/K. Das heißt, dass sich der Strom bei der
Änderung
der Temperatur um 1 Grad auch um 1 µA ändert.Bei den
Schaltkreisen
von AD wird dieser Wert sehr genau eingehalten, da jeder Chip
individuell
mit Laser justiert wird. Der erreichte Temperaturkoeffizient kann
noch
etwa um 0,03µA/K abweichen. Daraus ergeben sich aber an den
Enden
des Messbereichs Fehler von ca. 3°. Die RFT-Schaltkreise sind
nicht
justiert, deshalb streut ihr Temperaturkoeffizient stärker.
Wie
wir
sehen werden stört aber auch das nicht sehr.
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Der ADC des PIC arbeitet mit einer
Genauigkeit
von 10 Bit.
Die Spannung 5 V wird also in die Zahl 1023 gewandelt.
Wird der
Messwiderstand
so bemessen, das bei 500 µA nur 4,89 V über ihn
abfallen, so
würden 500 µA genau in die Zahl 1000 gewandelt
werden. In
einer
solchen Schaltung entspricht das Messergebnis des ADC
genau der
doppelten
Temperatur (in Kelvin). Der dafür nötige
Widerstand
beträgt
9,775 k. In der nebenstehenden Schaltung ist er aus einem
9,1 k
Festwiderstand
und einem 1 kOhm Einstellregler zusammengesetzt.
Weicht der Temperaturkoeffizient des Sensors vom Idealwert 1µA/K ab, dann muss auch der Widerstand anders gewählt werden. Für die AD-Schaltkreise sind Werte zwischen 9,1 k und 10,1 k ausreichend, für die B511 sollte man mit 7,5 k und 12,2 k immer hinkommen. Nebenstehende Schaltung ist für den AD-Typ entsprechend ausgelegt. Der ADC des PIC liefert nun also als Messergebnis die doppelte Temperatur (in Kelvin) die man nur noch durch 2 teilen muss und von der man dann nur noch den Messwert bei 0°C (also etwa 273) subtrahiert, um die reale Temperatur in Celsius zu erhalten. |
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Lästig ist die für den Sensor
nötige hohe
Betriebsspannung. Da über dem Sensor immer mindestens
4V liegen
müssen,
und über dem Widerstand bis zu 4 V abfallen,
muss der
Sensor
also wenigstens 8..9 V am positiven Pol bekommen. Will man
mit der
5-V-Betriebsspannung
des PIC auskommen, so bleibt nur der Weg über einen
kleineren
Messwiderstand.
Wird der Widerstand mit nur 1,955 kOhm bemessen, so ist
der
Spannungsabfall
am Widerstand immer deutlich kleiner als 1V dadurch
bekommt der Sensor
immer mehr als 4 V, auch wenn er nur mit 5 V gespeist
wird.
Leider ändert sich nun die Messspannung nur noch mit 2mV/K, während der ADC eine Auflösung von nur 5mV/Bit hat. Es kann die Temperatur also nur noch mit 2,5° Genauigkeit gemessen werden. Wer keinen OPV zur Verstärkung einsetzen will, der kann nun nur noch die Referenzspannung des ADC auf 2V absenken. Dann beträgt die Genauigkeit wieder 1°. Die Betriebsspannung
muss
im
Übrigen
hochgenau
stabilisiert werden (0,05%), da
sie in jedem Fall für die Referenzspannung des
ADC benutzt wird. Hinweis: |
Temperaturmessung mit einem PTC
PTC und NTC sind Widerstände mit positivem bzw. negativem Temperaturkoeffizient. D.h., dass sie bei steigender Temperatur ihren Innenwiderstand erhöhen (PTC) oder vermindern (NTC). Aus diesem Grunde werden sie meist auch Kaltleiter (PTC) bzw Heißleiter (NTC) genannt.
Typisch für diese Familie sind PTCs aus Silizium, die
für
ca. 1€ zu haben sind.
Solche PTC haben meist bei Zimmertemperatur (25°C) einen
Grundwiderstand
von 1kOhm oder 2kOhm. Bei Temperaturänderung verändert
der
sich
mit etwa 0,7%/K (hängt vom Typ ab). Das bedeutet, das die
Änderung
bei hohen Temperaturen stärker ist als bei niedrigen
Temperaturen.
Dieses unlineare Verhalten macht es schwierig, die PTCs für
eine
Temperaturmessung
über weite Temperaturbereiche zu verwenden. In einem Bereich
von
wenigen
10 Grad kann man mit der Nichtlinearität aber leben.
Auf einen typischen Vertreter dieser Gattung beziehe ich mich im
weiteren
Text: den KTY81.
Dessen Widerstand errechnet man mit folgender Formel:
Rkty
= R25 * (1 + (dT * a) + (dT2 * b))
Dabei gilt:
Nachfolgende Tabelle zeigt den Widerstandsverlauf des PTC-Sensors
KTY81-110,
der für weniger als 1€ z.B. bei Reichelt
erhältlich
ist.
| Temperatur [°C] | -20 | 0 | 20 | 40 | 60 | 80 | 100 |
| Widerstand [Ohm] | 684 | 815 | 961 | 1122 | 1299 | 1490 | 1696 |
| Toleranz [Ohm] und [°] | 15 = 2,4° | 13 = 1,9° | 11 = 1,4° | 14 = 1,7° | 20 = 2,1° | 28 = 2,8° | 37 = 3,5° |
| Temperaturkoeffizient [%/K] | 0,91 | 0,85 | 0,80 | 0,75 | 0,71 | 0,67 | 0,63 |
Die Messgenauigkeit ist mit der des AD592 vergleichbar, wenn nur nicht der unlineare Temperatur/Widerstandsverlauf wäre. Um den Rechenaufwand in einem Thermometer gering zu halten, muss man versuchen, annähernd lineare Verhältnisse zu schaffen.
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Speist man einen PTC mit einer Konstantstromquelle (1mA) und misst die über dem PTC abfallende Spannung, dann erhält man eine dem Widerstand proportionale Spannung. Der Widerstand ändert sich aber leider bei hohen Temperaturen stärker als bei niedrigen Temperaturen, da der Temperaturkoeffizient des PTC temperaturabhängig ist. |
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Dem lässt sich entgegenwirken, wenn
man keine
Konstantstromquelle verwendet, sondern den PTC durch einen
einfachen
2,7kOhm-Widerstand
(Metallschicht , TK=25) aus der 5V-Betriebsspannung
speist. Der Strom
durch
die in Reihe geschalteten Widerstände ist nun vom
Widerstand des
PTC
und damit von der Temperatur abhängig. Bei hohen
Temperaturen ist
der Strom etwas kleiner, und der Spannungsabfall über
dem PTC ist
dadurch etwas geringer als bei Konstantstrom.
Das gleicht die Unlinearität fast genau aus. Im Bereich von -40°C ... +140°C scheint der Sensor nun linear zu sein. Der verbleibende Linearitäts-Restfehler liegt bei ±10 mV, also etwa ± 1,25°. Unterhalb 50°C ist die ausgegebene Spannung etwas zu klein, oberhalb aber etwas zu groß. |
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Die nebenstehende Grafik zeigt die Spannung an einem
KTY-81
im
Temperaturbereich
von -40°C bis zu +140°C. Die violette Linie
ergibt sich
bei
Speisung mit einem konstanten Strom von 1,4 mA. Die
dunkelblaue Linie
ergibt
sich bei einer Speisung aus einer 5V-Quelle über
einen
Reihenwiderstand
von 2,7 kOhm. Die dramatische Verbesserung der Kennlinie
ist schon mit
bloßem Auge zu erkennen.
Der KTY ist für einen Strom von 1mA ausgelegt. Niedrigere Ströme sind wohl unkritisch, aber höhere Ströme können zu stärkerer Eigenerwärmung führen. Mit dem 2,7kOhm-Widerstand an 5V erzeugt der KTY-81 bis zu 2mW Wärme (anstelle der normalen 1mW). Dass lässt eine Eigenerwärmung um zusätzlich 1° erwarten.Dieser Effekt ist temperaturabhängig, und macht sich erst oberhalb von 50°C bemerkbar. Wenn man den Sensor nur während der Messung mit Strom versorgt, lässt sich die Eigenerwärmung gänzlich vermeiden. |
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Noch bessere Genauigkeiten lassen sich
erreichen, wenn
man sich mit einem schmaleren Temperaturbereich
begnügt. Mit einem
Reihenwiderstand von 2,7kOhm beträgt der
Linearitätsfehler im
Bereich von -5°C bis +50°C maximal 0,04°. Dieser Fehler ist unbedeutend, da die Toleranz des KTY81 und die Auflösung des ADC um Größenordnungen schlechter sind. Ich betone, dass damit lediglich die Messspannung linearisiert wurde. Natürlich muss die Messschaltung noch kalibriert werden, da auf allen Messwerten ein konstanter Messfehler von einigen wenigen Grad liegen kann, der bauteilspezifisch ist, und ausgemessen werden muss. |
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Die vom der Schaltung abgegebene
Messspannung liegt
zwischen 1,01V (bei -20°C), 1,47V (bei
+40°C) und 1,93
V(100°C)
und verändert sich um etwa 7,7125mV/K. Der ADC des PIC mit 5mV
Auflösung
kann die Temperatur gerade noch mit 1°C Genauigkeit
wandeln. Da
bleibt
keine Reserve mehr. Es bietet sich aber an, die untere und
obere
Referenzspannung
des ADC mit Hilfe von Potentiometern festzulegen. Geeignet
wären
1V
und 2,974V als Referenzspannungen. Der ADC hätte dann
eine
Auflösung
von 1,93 mV, was 0,25° entspricht. Hinweis: Je nach PIC-Typ wird Vref+ mit 10uA bis 50uA belastet. Das führt zu einer Verringerung des Vref+-Wertes während der Messung. Der Vref+-Spannungsteiler sollte deswegen möglichst niederohmig ausgelegt werden. |
Temperaturmessung mit einem NTC
PTC und NTC sind Widerstände mit positivem bzw. negativem Temperaturkoeffizient. D.h., dass sie bei steigender Temperatur ihren Innenwiderstand erhöhen (PTC) oder vermindern (NTC). Aus diesem Grunde werden sie meist auch Kaltleiter (PTC) bzw Heißleiter (NTC) genannt.![]() |
Ähnlich wie PTCs haben
auch
NTCs einen Sollwiderstand bei einer
Temperatur von 25
°C. Allerdings wird der Widerstand des NTCs bei
steigender
Temperatur
kleiner und bei sinkender Temperatur größer. Die
Widerstandsänderung
ist dabei sogar deutlich größer als bei einem
PTC. Ein
typischer
Vertreter ist der 2381
6406.223
von Vishay BCcomponents.
Er
hat bei 25
°C einen Sollwiderstand von 22 kOhm. Die nebenstehende Grafik zeigt den Widerstandswert im Bereich von 0 °C bis 60 °C. Er verändert sich von 66 kOhm bis 6 kOhm. Ein PTC (KTY81-110) verändert seinen Wert im gleichen Temperaturbereich geradeeinmal um 50%. Ein NTC reagiert also viel stärker auf Temperaturänderungen als ein PTC. Die Widerstandskennlinie des NTCs ist aber auch nicht gerade der Traum eines PIC-Programmierers, sie folgt nämlich einer E-Funktion: ![]() |
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In der nebenstehenden Grafik
zeigt die dunkelblaue Linie den Spannungsabfall am
22kOhm-NTC im
Temperaturbereich von 0
°C bis 60
°C, wenn er aus einer Konstantstromquelle mit 0,1 mA
gespeist wird.
Die Nichtlinearität ist deutlich zu erkennen. Wenn man den NTC mit einem 12-kOhm-Widerstand in Reihe schaltet, und an diese Reihenschaltung 5V anlegt, dann ergeben sich die rote bzw. gelbe Linie (je nach der Reihenfolge von NTC und Widerstand in der Reihenschaltung). Das sieht schon deutlich besser aus. Die Spannungsänderung beträgt etwa 46mV/K, und ist damit etwa 10 mal so groß wie beim PTC KTY81-110. |
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Diese Grafik zeigt die
Unlinearität der Reihenschaltung, und diese ist im
interessierenden
Messbereich erfreulich klein geworden. Zwischen 10 °C
und 60 °C
liegt der Linearitätsfehler unter 2% des Messwertes.
Das liegt in
der Größenordnung der Toleranz des NTC. (Das
Ergebnis ist
aber viel viel schlechter als beim PTC KTY81-110.) Bei höheren Temperaturen steigt der Messfehler dann schnell an. Der nutzbare Messbereich lässt sich in diesem Beispiel auf bis zu +75°C erweitern, wenn man einen 10kOhm-Reihenwiderstand einsetzt. Dann vermindert sich die Genauigkeit immittleren Bereich aber um ca 1 %. Wir dürfen natürlich nicht vergessen, dass NTCs in der Regel keine präzisen Messfühler sind.Die Abweichung des Widerstandes bei 25 °C beträgt 2% ... 10% und wird in der Regel beim Kauf angegeben. Dazu kommt dann noch einmal ein Fehler des Kennlinienverlaufes von 0,5% bis 3%. Eine Kalibrierung ist also in jedem Fall nötig. Für hochgenaue Temperaturmessungen sind NTCs nicht die erste Wahl. Kann man ein paar Grad Fehler aber verschmerzen, dann eignen sie sich durch ihre Temperaturempfindlichkeit sehr gut als Temperatursensor im Microcontrolleranwendungen. Ein Vorverstärker, der die Messspannung für den ADC des Microcontrollers verstärkt, ist überflüssig. |
Diese Platinsensoren sind der heilige Grahl der
Temperaturmesstechnik.
Ein Grund dafür ist ihre Austauschbarkeit. Alle
PT100-Sensoren
haben 100 Ohm
Innenwiderstand und alle PT1000-Sensoren logischerweise 1000 Ohm.
Diese
Werte gelten bei 0°C. Der Temperaturkoeffizient der Sensoren
ist
einheitlich
3850 ppm/K (nach DIN). Das heißt der Innenwiderstand des
Sensors
ändert sich bei 1 Grad Temperaturänderung um 0,385%.
PT100/1000-Sensoren gibt es in verschiedensten Bauformen für
die
verschiedensten Einsatzbereiche. An ein z.B. für PT100
ausgelegtes
Messgerät lässt sich jeder PT100-Sensor betreiben.
Auch zeichnen sich die Sensoren durch eine gute
Langzeitstabilität
aus. Beides ist für die Industrie ein großer Vorteil.
Für
den Hobbybastler zählen aber eher die Nachteile:
Den Widerstand errechnet man (für positive Temperaturen) mit
folgender
Formel: Rpt = R0
* (1
+ (dT * a) + (dT2 * b) + (dT3 * c))
Dabei gilt:
Platinsensoren sind also viel linearer als z.B. ein einfacher KTY81,
aber ihr Widerstand ändert sich nur etwa halb so stark mit
der
Temperatur,
da ihr a-Wert kleiner ist.
Berühren sich zwei
unterschiedliche
Metalle, dann entsteht an der Berührungsstelle eine kleine
Spannung, deren Größe temperaturabhängig ist -
die
Thermospannung. Deren Größe hängt außer
von der
Temperatur natürlich auch von den beiden Metallsorten ab.
Diesen
Effekt benutzt man, um Thermo-Elemente herzustellen. Je nach
Metallkombination gibt es unterschiedliche Thermoelement-Typen.
Ein
typischer Vertreter ist der Typ K, der aus einem
Nickel/Chrom-Draht und
einem
Nickel/Aluminium-Draht besteht, die kalt-verschweißt
wurden.
So ein
Thermo-Element vom Typ K liefert etwa 4mV/100K - also so gut wie
gar
nichts.
Thermoelemente eignen sich also nicht zur Stromversorgung (abgesehen von speziellen Anwendungen), aber sie können als Temperatursensoren verwendet werden. Dem Nachteil der sehr kleinen Thermospannung steht der Vorteil einer hohen Temperaturbeständigkeit gegenüber. Thermoelementen können durchaus bei Temperaturen bis zu 1000 °C eingesetzt werden.
Ein Thermoelement besteht also
eigentlich
nur aus zwei Drähten, die auch die Anschlussdrähte
sind.
Dort, wo man diese Drähte mit der Messschaltung verbindet,
entstehen natürlich auch Thermospannungen. Da die
Drähte oft
nicht lötbar sind, und man sie in Schraubklemmen einsetzt,
die auf
Platinen gelötet sind, auf denen sich auch die
Messschaltung
befindet ...... gibt es sogar eine ganze Reihe von
Metall-Metall-Übergängen, die alle jeweils eine kleine
zusätzliche Thermospannung erzeugen.
In einem geschlossenen Stromkreis ergibt die Summe aller Thermospannungen "0", wenn alle Metall-Metall-Übergänge die gleiche Temperatur haben. All die zusätzlichen Thermospannungen im Stromkreis kompensieren sich also, wenn sie alle die gleiche Temperatur haben. Nur das eigentliche Thermoelement sollte sich also am Messpunkt befinden, während der Rest der Messschaltung auf kleinstem Raum konzentriert und vom Messpunkt entfernt aufgebaut werden sollte. Die beiden Metalle, die das Thermoelement bilden, sind also auch die Anschlussleitungen, und enden erst an der Messschaltung.

Die vom Thermoelement in so
einem Stromkreis erzeugte Spannung ist zu der Temperaturdifferenz
zwischen dem Thermoelement (Verbindungspunkt der beiden
Drähte, T1) und dem Rest der Messschaltung (andere Enden
der
beiden
Drähte, T2) proportional.
Es muss also (mit einem anderen Temperatursensor) die Temperatur
der
Messschaltung (T2) bestimmt werden, um die Temperatur des
Thermoelementes zu
ermitteln.
Um die kleine Thermospannung zu
messen,
ist auf jeden Fall eine Verstärkerschaltung nötig. Es
gibt
integrierte Schaltkreise, die Messverstärker, ADC und
digitales
Interface in einem Chip zusammenfassen (z.B. MAX6675). Sie
eignen sich
besonders gut, um ein Thermoelement an einen Microcontroller
anzuschließen.
Für den Bastler ist ein PTC wie der KTY-81 in Reihenschaltung mit einem Widerstand die einfachste Lösung, wenn man einen ADC verwenden kann, und bereit ist, die Schaltung an einem Punkt zu kalibrieren. Ein Beispiel findet sich hier.
Wer die Kalibrierung vermeiden will, und lieber mit dem I2C-Bus als mit einem ADC arbeitet, der kann den LM75 nutzen. Ein Beispiel findet sich hier.
Lineare Temperatursensoren gefallen nur auf den ersten Blick. Bei
näherem
Hinschauen sind die zu teuer, und erfordern einen ADC mit
Referenzspannungsquelle.
Für sehr hohe Temperaturen (> 150°C) können Thermoelemente eingesetzt werden. Sie erfordern aber spezielle Messverstärker.
Autor: sprut
erstellt: 28.12.2002
letzte Änderung: 22.07.2011